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ORTHOLILL >> presse >> Kirill (10) kommt seinem Fußballertraum näher

Kirill (10) kommt seinem Fußballertraum näher

Prof. Dr. Christoph A. Lill operierte einen körperbehinderten Heimjungen aus Moskau.

16. Juli 2009: Kirill Matsegorov kann sein Glück kaum fassen. Der körperbehinderte Heimjunge aus Moskau muss nach der Operation in München zwar noch an Krücken gehen. Aber die legt er geistesabwesend zur Seite, als er den Spielern des FC Bayern München beim Training zuschaut. „Wir freuen uns, dass es dem Jungen nach der OP schon wieder so gut geht“, freut sich der Orthopäde Prof. Dr. Christoph A. Lill, der den zehn Jahre alten Jungen – ebenso wie die Isar Kliniken – zum Selbstkostenpreis behandelte.

Kirill sitzt am Rande des Fußballfeldes und freut sich, dass er den Spielern des FC Bayern München beim Training zuschauen kann.
Schweres Schicksal: Kirill lebt in dem orthodoxen Kinderheim „Heilige Sophie“ in Moskau. Seine Mutter ist drogenabhängig und HIV-infiziert, über den Vater gibt es keine Erkenntnisse. Unglücklicherweise kam noch hinzu, dass sich der Junge nur mit einem Gehapparat fortbewegen konnte: „Sein rechtes Bein ist seit der Geburt verkürzt und gelähmt. Außerdem ist das Hüftgelenk zerstört und es hat sich eine Schienbeinverbiegung entwickelt“, so Prof. Lill, der über einen russischen Vermittler von Kirills schwerem Schicksal erfuhr.

Der Ball kam ins Rollen, als sich die Direktorin des Moskauer Kinderheims, Inga Astwasaturova, für den Jungen einsetzte und die orthodoxe Kirche des Hierarchen Arkadij Schatow mehrere Tausend Euro für die Reise nach München sammelte. Dann mussten nur noch alle bürokratischen Hürden aus dem Weg geräumt werden.

Vor drei Wochen war es endlich so weit: Kirill flog zusammen mit der russischen Kinderärztin Irina Tregubova nach München. Zum Empfang am Flughafen kam auch Olena Lill, die Frau des Orthopäden. Sie ist Ukrainerin und spricht russisch: „Der Junge ist zwar etwas schüchtern, aber trotz allem ein recht ausgeglichenes Kind. Es hat mir viel Spaß gemacht, in den folgenden Wochen mit dem Dolmetschen helfen zu können.“

Der Münchner Orthopäde Prof. Dr. Christoph A. Lill behandelte Kirill im Isar Medizin Zentrum.
Aufwändige Operation: An den 22. Juni wird sich Kirill wohl sein Leben lang erinnern. Die russische Kinderärztin drückte ihn noch einmal ganz fest und dann wurde er in den OP gefahren. Der Orthopäde Prof. Lill erklärt: „Wir haben sein rechtes Schienbein durchgesägt, einen Knochenkeil entnommen und das Schienbein wieder gerade zusammengesetzt. Dann haben wir das Bein mit einer speziellen, fest verschraubten Titanplatte fixiert.“

Zwei Wochen Reha: Der Junge erholte sich in den Isar Kliniken erstaunlich schnell von der Operation, sodass er schon nach einer Woche in die ambulante Reha-München eingewiesen werden konnte. „Ich habe zwei Wochen lang spezielle Übungen gemacht und kann jetzt schon ganz gut mit meinen Krücken laufen. Das ist viel besser als mit dem Gehapparat“, erzählt der Zehnjährige.

Eine große Überraschung wartete am Ende des Reha-Aufenthalts auf den Jungen: „Fußball spielen kann Kirill ja leider noch nicht, aber wie alle Jungs in seinem Alter schwärmt er natürlich davon“, so Peter Götzinger, der früher aktiver Fußballer war. „Um ihm eine ganz besondere Freude zu machen, habe ich mich dafür eingesetzt, dass wir beim Training von FC Bayern München zuschauen konnten.“

Von links: Die russische Ärztin Irina Tregubova, Peter Götzinger und Olena Lill begleiten Kirill zum Training von FC Bayern München. Zuschauer beim FC Bayern München: Eine kleine Delegation begleitete Kirill in die Säbener Straße, wo Trainer Louis van Gaal die rot-blau gekleideten Spieler bei sengender Sonne anderthalb Stunden lang über den Platz scheuchte. „So viele tolle Fußballer habe ich noch nie aus der Nähe sehen können“, erzählt der Zehnjährige.

Fußballerträume: Kirill wird in zwei Tagen wieder zurück nach Moskau fliegen – im Gepäck die neuen Krücken, viele Erinnerungsfotos und die Bettwäsche vom FC Bayern München. Prof. Dr. Christoph A. Lill und seine Frau Olena sind selbst Eltern und freuen sich, dass bei Kirill alles so gut geklappt hat: „Manchmal werden Fußballerträume eben doch wahr.“

Wenn alles wie geplant läuft, wird der Münchner Orthopäde als nächstes ein Mädchen operieren, das im Rollstuhl sitzt und auch in einem Moskauer Kinderheim lebt. „Die russische Ärztin hat mir die Röntgenbilder gezeigt. Wir überlegen nun gemeinsam, wie wir in diesem Fall vorgehen könnten“, sagt Prof. Lill. „Wir würden uns freuen, weiteren russischen Kindern helfen zu können.“

Prof. Dr. med. Christoph A. Lill ist Facharzt für Orthopädie mit den Zusatzbezeichnungen Sportmedizin, Chirotherapie, Physikalische Therapie und Spezielle Schmerztherapie. Seine Schwerpunkte sind Arthroskopische Chirurgie, Endoprothetik und Sportorthopädie.

Fünf-Sterne-Niveau: Prof. Lill gründete 2005 die Münchner Gemeinschaftspraxis Orthopädie Bavariapark und arbeitet als Konsiliararzt an den Isar Kliniken in München, wo er auf Fünf-Sterne-Niveau vor allem internationale Patienten operiert.

An der Universität Heidelberg hält Prof. Lill als Lehrbefugter regelmäßig Vorlesungen im Rahmen der Blocklehrveranstaltungen Orthopädie, seit seiner Habilitation 2004 nimmt er die Semesterprüfungen für Medizinstudenten ab.

Forschungspreis: Der Münchner Orthopäde hält regelmäßig Vorträge im In- und Ausland und engagiert sich als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Grundlagenforschung. 2002 erhielt er den Forschungspreis der Universität Heidelberg.

Gelenkzentrum Prof. Dr. Christoph A. Lill
Arthroskopische Chirurgie, Endoprothetik und Sportorthopädie
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